Der Ausflug ins Theaterfach mit ihrer Version von Bert Brechts Dreigroschenoper war kein Ausflug, sondern ein Neuanfang, wie das neue Album der Ingolstädter beweist. Es gehört derzeit fast zum guten Ton, die Band aufzurüsten, Orchestersounds zu integrieren und den Mund voll zu nehmen. Slut haben immens aufgerüstet mit Pauken, Trompeten und Donnerhall, Chören, Akkordeon und Streichern, Bläsern, singenden Sägen und Klavier. Mit der rockigeren Vergangenheit haben sie nicht ganz gebrochen, aber die sägenden Gitarrenwände wurden in den Mantel der Opulenz eingehüllt für diese empfindsame Völlerei in der mächtigen Melancholie dieser 6. Slutscheibe. Irgendwo zwischen Shoegazertum, Indierock, Arcade Fire und gar Sigur Ros. *Virgin