Bands ohne ein jegliches pädagogisches Gewissen, mit dem man die Jugend noch leiten und all den jungen Menschen ein Vorbild sein könnt ? Es gibt sie auch anno 2007 noch. Die seit nunmehr 26 Jahren aktiven Hard-Ons, die mit zuckersüßem Pop-Punk begannen und in Hinsicht auf ihre bevorzugte Stilart mit den Jahren immer Metal-lastiger und dreckiger wurden, scheren sich auch in diesen Tagen keinen Deut mehr um Gefälligkeiten und Erwartungen. Und warum denn bitteschön auch?! Ihre Schuldigkeit haben Pete, Keish, Blackie und Ray in all den Jahren längst getan. Mit "Most People Are Nicer Than Us" schießt die Kultband den Vogel erneut ab. Der glatte Pop-Punk-Sound, der auch Teile der letzten Veröffentlichung "Most People Are A Waste Of Time" noch bestimmte, ist wie weggeblasen. An dessen statt treten Songs wie "Punky No-No", die an punkversessene Motörhead denken lassen und so derbe rau und eklatant gewissenlos eingezimmert wurden, dass man meinen könnte, Gang Green und Flag Of Democracy hätten zusammen und an nur einem einzigen Tag eine Platte aufgenommen. Mit "You Sir, Can Fuck Off" durchbricht der Vierer dann sogar noch die Schallgrenze. Und überhaupt: Songs, welche die sagenumwobene 2-Minuten-Grenze durchbrechen, kann man hier mit der Lupe suchen. Ein Song wie "Bottom Feeders" zählt da schon zu den gesitteten Stücken, die auf "Most People Are Nicer Than Us" bei aller Liebe zur Lärmerei ohne Zweifel auch vertreten sind. Ohne Stop und ohne Schade wüten sich die Hard-Ons bei einer Spielzeit von 36 Minuten durch 15 Songs, beschweren sich über Gott und die Welt und machen sich in der nächsten Minute über diese lustig. * Red Lounge