So wirklich verstehe ich nicht, warum Martina heute immer noch nicht richtig über den Geheimtippstatus hinausgekommen ist. Was wären die ersten Tricky-Alben ohne die Stimme der schwarzen Marlene Dietrich des Soul gewesen, mittlerweile hat sie soviele Credits auf den Scheiben namhafter Künstler wie andere Pickel im Gesicht (Primus, Gorillaz, Gutter twins, JSBX, Diplo...). Netterweise erscheint ihr 2.Soloalbum nahezu zeitgleich mit dem neuen Werk ihres alten Partners Tricky und oft ist sie näher dran an der Düsterheit eines `Maxinquaye´ als jener, war der gute Tricky nicht auch ganz schön viel Martina? beginnt man sich zu fragen. Entscheidend für die Qualität der Scheibe ist sicher hier auch die Produktion und Kollaboration mit Danger Mouse, der seine unnachahmlichen Produktionsfähigkeiten zur Geltung bringt und Martina hilft, ihre Stimme, in diesen dunklen wie luxuriösen Trip durch psychedelischem Pop, von geisterhaftem Rock durchsetzter Electronica und Triphop mit 60er-Jahre-Anleihen. Martina´s Stimme holt einen bei den meisten Stücken auf die dunkle Seite der Seele, aber sie zeigt sich auch als mehr als nur eine depressive Diva, wenn sie ihren Gesangsstil in Danger Mouse´s Ideen einpasst. 12 Stücke. *Independiente/PIAS