
DJ KOZE AKA ADOLF NOISE
wo die rammelwolle fliegt
D 05 / LP+7" 13,50 € *
D 08
`...was sie früher einmal war.´ Müller ist der ewige Geheimtipp, der er auch immer bleiben muss, mit seiner ehemaligen Band Mutter hat er in den späten 80ern und 90ern im Verborgenen Musikgeschichte geschrieben und gilt als einer der größten deutschen Pop-Lyriker, zudem agiert das Multitalent als Autor, Zeichner und Komponist von Film- und Theatermusik. Müller und sein Laptoporchester laufen solo auf diesem Album zu großer Form auf, Müller singt zu Akkustikgitarre und Saxofonen solch großartige Texte wie `Für eine schönere Welt, in der die Männer überhaupt nichts tun müssen, für eine bessere Welt, in der die Frauen die Kriege alleine führen´ oder zu einer Lo-Fi-Gitarre `Vorsicht vor Leuten, die ihren Namen als Gürtelschnalle tragen´, er knabbert an Elektrofassaden, Soundscapeatmos oder Homerecordingverrücktheiten verschiedenster Art und kreiert oft einen schwermütigen, manchmal fordernden, aber immer eigenartigen Sound, der zumindest vordergründig zugänglicher als früher klingt (zumindest im Vergleich mit Mutter). Die Art seines gesanglich-gesprochenen Vortrags ist unnachahmlich, seine die Perspektive immer wieder wechselnden Texte ebenso, Müller gehört direkt in die Linie der großen deutschen Poplyriker Bargeld, Distelmeyer, Lotzow, von denen er derjenige ist, der es sich immer am schwersten macht und am nächsten an der Kunst und Kultursoziologie drangeblieben ist. Was für Textzeilen, was für Refrains: `Weil es immer ein Mensch ist, der dem mensch im Wege steht ´ oder `Zwei einsame Schizoide´. Dies ist definitiv keine Sommerplatte. *Angelika Köhlermann
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