Bei allem Respekt vor ihrer Schönheit und aller Qualität der bisherigen W.H.-Releases, konnte man auf den letzten Releases dennoch nicht unbedingt eine musikalische Entwicklung feststellen, Edwards war Edwards und das ist er auch hier, ein einzigartiger Sänger, der direkt neben Nick Cave auf der Anklägerbank des himmlischen Rockgerichtssitzt. Auf dem 5. Album gerät plötzlich einiges in Bewegung, als Produzent wurde Daniel Smith von Danielson mit ins schwankende Boot geholt, ausserdem griff Emil Nikolaisen (Serene Maneesh) in die Gitarrensaiten und saß an den Reglern, was zu einem etwas anderen Sound und leicht veränderten Gitarrenlines führte. Die stilistische Bandbreite ist dadurch größer geworden, Edwards heult und predigt natürlich wie gewohnt, das Ambiente wurde geschmackvoll renoviert ohne die Grundfesten anzugreifen, der Einfluss der Danielson-Leute (Elin Smith veredelt `His Loyal Love´ mit ihrem Gesang) schafft eine größere kreative Breite. Der Wandteppich von Woven Hand schimmert dadurch mehr als sonst, friedensstiftende und höllische Symbole sind eng miteinander verzahnt. Edwards interpretiert ausserdem herrlich Jobim´s Bossaballadenklassiker `Quiet Night and quiet stars´, einen Song später heult er sich bei `Kicking Bird´ die Seele wie ein betrogener Indianerhäuptling aus dem Leib, das ist einzigartig. 10 Songs. *Sounds Familyre