Man denkt, sie müsse zwischendurch auf dem Mond gelebt haben. Fragt man sie, wo sie nach all den Jahren plötzlich herkommt, sagt sie tatsächlich: Aus dem Universum. Das ist keine Lüge, alle Menschen kommen aus dem Universum. Trotzdem spricht die Antwort dafür, dass sich Grace Jones, die zackigste und allürenhafteste aller Achtziger-Diven, ihre ganz eigene Perspektive auf die Welt und das Leben bewahrt hat. Dass sie plötzlich wieder in Ballonkleidern und extravaganten Kopfbedeckungen auf Konzertbühnen performt, schien schon Überraschung genug. Noch überraschender allerdings die Tatsache, dass sich nun, im Herbst 2008 jenes neue Album materialisiert, um das sich zwischendurch immer wieder Gerüchte rankten, das dann aber doch nie erschien. Jetzt also ihr 10. Album. Hurricane ist im Herbst 2008 ein Werk, dem kein bisschen von der Unsicherheit anzuhören ist, die neue Alben jener Popstars dominiert, die befürchten, zwischen Einmottung und Comebackversuch den Anschluss verpasst zu haben. Zeit und Zeitlosigkeit. Ein Körper, eine Stimme, ein Look. Unendliches Vertrauen in die eigene Einzigartigkeit. So wie ein Hurrikan alles hinfort fegt, was sich ihm in den Weg stellt, so beseitigt Hurricane sämtliche Zweifel, die man eben möglicherweise noch hatte. Übrig bleibt nichts außer Begeisterung. Und die Freude, sie endlich wieder willkommen zu heißen. Inkl. den Duversionen auf der 2. CD! *Wall of Sound