Manche Bands pfeifen auf den Internethype. Wenig war vorab zu erfahren über das neue (Doppel-)Album der Schweden, das Cover schockiert mit seinem Margerinewerbungscharme zunächst und bei aller Ironie und allem Zynismus, mit dem TSOOL so gerne spielen, könnte man vielleicht auch eine Hinwendung zum Mainstream befürchten. TSOOL wollen das nicht wirklich, ihr fünftes Album ist in seiner ausbordenden Länge von 90 Minuten und 24 Songs ein für die heutige Zeit eigentlich überholtes Modell, das aber glänzend von A bis Z funktioniert und in seiner Vielfältigkeit überzeugt wie zuletzt ihr 2001er `Behind the Music´-Album. Geprägt von verschiedenen Rock-Spielarten der 60er gelingt ihnen ein Meisterwerk zwischen Psychedelic, Garage, Folk und klassischem Rock, das sich in einem Vakuum der Zeit- und Alterslosigkeit befindet. Dort sind nur wenige Bands zuhause und die Schweden schweben ganz oben in dieser Blase.