2 Jahre ist es her dass sich Blumfeld aufgelöst haben, eine überraschende, aber auch konsequente Entscheidung von einem der stilprägendsten Indie Songwriter der letzten 15 Jahre. Jetzt kommt er Solo zurück. Ich muß gestehen, ich habe schlimmes befürchtet, aber er hat sich freigestrampelt von dem sich selbst auferlegten Blumfeld Pathos Diktat der letzten Platten. Die Songs zeigen einen frischen Distelmeyer, und trotzdem bleibt es - wie schon das Cover zeigt - Distelmeyer, oder wie das Intro treffend schreibt: "Distelmeyer erfindet sich im ewig selben Kreislauf absichtlich nicht neu, setzt schon auf dem Cover weiter auf den eigenen Kopf und musikalisch auf die Macht des Uncoolen". Nun ja, "uncool" könnten wir auch ersetzten durch POP. Und er bietet hier eine beachtliche Stilvielfalt, bei der er sich durch die aktuellen Musikströmungen "rockt"(!), ja es rockt, es groovt, es ist dick produziert, und auch die Texten werden wieder greifbarer, weniger transzendent. Daneben natürlich die klaren, glatten, traumwandlerisch sicher produzierten Balladen; insgesamt ein für mich doch überraschendes, ein cool-uncooles Release (außer vielleicht die Schlußnummer, die mir dann doch zu sehr nach "verbotenen Früchte" klingt), das die Ausnahmestellung von Distelmeyer unterstreicht. CD mit Digipakaufmachung! *Columbia