Die Stimmung wird dunkler und dunkler, die Prozession der schwarzen Herzen zieht immer tiefer in die Dunkelheit. Die Tatsache, dass sie gleichzeitig auch ein neues Three Mile Pilot-Album fertiggestellt haben mit härterer Musik, ermöglichte Pall Jenkins und Tobias Nathaniel, sich vermehrt den düstersten Seiten ihrer Seelen hinzugeben. So entstand ein homogeneres, ungemein tiefes Album, das am Rande von Depression und Trostlosigkeit, Selbstzerstörung und Herzschmerz entlangreitet. Man höre das von Totenchor, geblockter Gitarre, einer leisen Schummerlicht-Orgel und shuffelndem Schlagzeug begleitete Wasteland oder Rats, die wie Mörderballade aus dem Jenseits klingen und dennoch ein gewisses Adult-Schwermuts-Pop-Appeal entwickeln. Tolle Sammlung aus schleppenden Desert-Postrockfolk-Masterpieces und phänomenalen Todesballaden, die sich fast immer um den Teufel und Abgründe, um das Ende der Welt und abgelegte Liebschaften drehen; das hätte weder ein Cave, ein Cohen noch ein Waits besser hingekriegt. Wegen der Homogenität der wie noch nie zuvor so berührenden Stimmungslandschaften, der dabei zutage tretenden Eigenheit bei den Arrangements ein ganz grosses tragisches Album, das für mich das beste ihrer Karriere und dieses Jahr das beste seiner Art. *Temporary residence