Auf diesem Niveau kommen nur wenige an, mit seinem 3. Album ist der Mann aus Sao Paulo im Himmel angekommen. Selten gelingt jemandem ein solch großartiges Statement, fast möchte man von Storytelling techno sprechen, aber Vocals gibt es hier ausser denen seiner Ehefrau Luciana Villanova nur sporadisch und im Sinne eines Instruments Boratto verwebt Organik auf eine atemberaubende Art und Weise in seinen dynamischen, mit Stop & Go´s arbeitenden Sound so selbstverständlich klingend und instinktiv ein. Neben Rhodes und Piano ist es vor allem der Einsatz von Gitarre in verschiedenen Facetten (die am ehesten an die ähnlichen Gitarrenexperimente von Trentemöller erinnern), die dem Album einen besonderen Glanz verleihen und es auch für Indierocker interessant machen dürfte. Bemerkenswert ist hier auch, wie Gui zwischen Tracks voller experimentellem Druck und atmosphärischen Tracks voller Schönheit und Melancholie wechselt (z.b. wenn er bei "Soledad" Astor Piazolla und Duran Duran ein bisschen hommagiert) und dabei sich auch bei Elementen von Trance und Electro bedient. Eines der schönsten, bestenTechnoalben 2011! *Kompakt