Yvonne Cornelius, Kölner Kompositionskünstlerin der Komplexität und außergewöhnliche Gesangvirtuosin, erzählt als Niobe von verschiedenen Charakteren, die sich innerhalb eines Musikstücks ausmalen, wie ihr schönes Leben als Horrorvariante aussehen würde. Fantasievoll schlüpft sie auch mal mit tiefer Stimme in die Rolle eines wettsüchtigen Mannes ("Does He Gallop O Walk"), der jeden Morgen um 4 Uhr aufsteht, um die ersten Wettergebnisse mit Zigarette und schwarzen Kaffee zu ertragen. Und "Youve To Be More" handelt von einer Sängerin, die sich ausmalt, eine zwar reiche, aber talentfreie Hotelsängerin zu sein. Musikalisch ein ebenso breit angelegtes Event, der Opener klingt nach Suicide, andere Tracks wie modernere Bongwater oder Lydia Lunch oder eine Mischung aus Tom Waits, Ween und DJ Food oder durch die Mangel genommener Free-Soul. Exotisch-zeitloser Avant-Pop voller Überraschungen, mal garagig und 60sartig, mal elektronisch, mal beides zusammen. Schmeckt nach New York. Umgesetzt zusammen mit Gästen vom Institut für Feinmotorik oder Marcus Schmickler. *Tomlab