James Mercer zuzuhören ist immer, wie einen lange nicht mehr gesehenen Freund oder eine alte Freundin wiederzutreffen. Der Sound der Shins kann Leben und Beziehungen verändern, brennt sich in deine Lebensgeschichte ein. Und die 1997 gegründete Band aus Albuquerque lässt sich ja auch gerne immer ein paar Jahre dafür Zeit, die sich auch bei dem 4. Album als lohnenswerte Wartezeit herausstellen, immerhin spendete Mercer zwischendurch mit der Danger Mouse-Kollabo Broken Bells Trost. James Mercer ist eindeutiger denn je der Protagonist der Band, prägt mit seinem Gesang, an (Steel-)Gitarre, Percussion, Glockenspiel und als Hauptsongwriter. Abwechslung ist Trumpf und Mercer hat immer wieder wie damals auf " Chutes to narrow" die 60s in his mind. Retro können die Shins per se ja gar nicht klingen, dazu ist ihr Sounddesign zu modern, sie greifen sich aber immer wieder exotische Elemente und bunt klingende Details und Ideen aus dem Fundus dieser Phase der Musikgeschichte. Unterm Strich sicherlich das zugänglichste, herzerweichendste Shins-Album bislang. 10 Songs, in Los Angeles und Portland unter der Regie von Greg Kurstin (Peaches, The Flaming Lips u.a.) eingespielt, der zu einigen Stücken auch Keyboards, Gitarre und Bass beisteuerte. Gemischt von Rich Costey (Muse, Franz Ferdinand, Bloc Party etc.). Als Gäste: Joe Plummer, Janet Weiss, Dave Hernandez, Eric D. Johnson, Ron Lewis, Nik Freitas u.a. *Sony