V/A – nippon psychedelic soul 1970-1979 (LP Vinyl)

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Als Nachfolger der „Nippon Acid Folk“-Compilation von Time Capsule schlägt „Nippon Psychedelic Soul“ unzählige Pfade in das psychedelische Unterholz des Japans der 1970er Jahre ein. Zu Hause verwurzelt und im Ausland auf der Suche nach Inspiration, waren die hier vorgestellten Musiker Teil der kollektiven Selbstfindung, die auf den Zusammenbruch der Protestbewegungen der 1960er Jahre folgte. Einige schafften den Durchbruch, andere gerieten in Vergessenheit. Die Musik, die sie hinterlassen haben, schimmert vor Intensität.Im Mittelpunkt stand Happy End, das erste Projekt von Haroumi Hosono von YMO, dessen verzerrte Gitarre und knackiger Backbeat den Grundstein für japanische Texte legten, die das Paradigma der japanischen Rockmusik auf den Kopf stellten. Damit ging ein neu entdeckter klanglicher Ehrgeiz einher, wie etwa in den kühnen Arrangements im Philly-Soul-Stil des Produzenten Yuji Ohno, dessen Zusammenarbeit mit der okkult umherwandernden Yoshiko Sai etwas von der bittersüßen Erhabenheit von Rotary Connection oder David Axelrod teilt. Dann war da noch Jun Fukamachi, ein Pionier der japanischen Synthesizer-Musik, dessen Debütalbum ein Karneval aus orchestralem Funk, euphorischen Bläserlinien und üppiger Produktion war, komplett mit hochfliegenden Gitarrensoli, psychedelischer Orgel und einem wahrhaft filmischen Finale. „Omae“, das einzige Mal, dass Fukamachi jemals auf einer Platte sang, rockt wie der ultimative Abschluss einer durchfeierten Nacht. Beeinflusst von den Giganten der US-Soul-Szene ging der eigenwillige Komponist Hiroshi „Monsieur“ Kamayatsu (auch bekannt als „der Brian Wilson Japans“) noch einen Schritt weiter und engagierte Tower of Power für „Have You Smoked Gauloises?“. Als B-Seite von Monsieurs meistverkaufter Single besticht der Titel durch raffinierte Coolness – eine fließende Basslinie und geschmeidige Keyboard-Begleitung unter einem dröhnenden, typischen ToP-Saxophon-Solo. Kein Wunder, dass er auf den Acid-Jazz-Tanzflächen des London der 90er Jahre erneut Anklang fand. Der Experimentiergeist war so groß, dass große Studioproduktionen und private Veröffentlichungen nebeneinander existierten, wobei Künstler wie Momotaro Pink und Kazushi Inamura ihre Hoffnungen auf Erfolg mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln selbst in die Hand nahmen. Nachdenklicher, aber nicht weniger kraftvoll war ihr schwerer, fetter Drum-Sound, getränkt von dramatischer, gefühlvoller Psychedelia. Waren die einen Träumer und die anderen Weltraumkadetten, so war niemand weiter abgehoben als der Science-Fiction-Autor, Musiker, Aktivist und selbsternannte Wissenschaftler Tadashi Goino, der seinen eigenen Fantasy-Roman „Messenger from the Seventh Dimension“ in eine opernhafte Prog-Odyssee mit wenigen erkennbaren musikalischen Bezugspunkten verwandelte – ein majestätischer und völlig verrückter Ausreißer selbst unter so seltsamen und brillanten Gesellen, wie sie hier versammelt sind. *Time Capsule