PPJ – joker (LP Vinyl)

Grünes Vinyl Nach der Veröffentlichung von Projekten bei Method 808 und Future Classic, einer großartigen Zusammenarbeit mit Chloé Caillet und einem offiziellen Remix für Fatboy Slim schlagen PPJ nun mit voller Kraft ein neues Kapitel auf. Ihre weitreichende Interpretation globaler Street-Sounds, die von Neoperreo bis Miami Bass reicht, erhält einen coolen neuen Anstrich. Angeführt von der faszinierenden Sängerin Páula und produziert von Povoa (der von Four Tet, Ben UFO und Barry Can’t Swim unterstützt wird und kürzlich Veröffentlichungen auf Live From Earth hatte), agiert das Duo im maximalistischen Modus: verspielt, sinnlich und leicht verstört. PPJ greift eine Figur auf, die überall auftaucht – von Kartenspielen bis zur Karnevalskultur – als Symbol, das ihre eigene DNA widerspiegelt: witzig, unheimlich, verführerisch, unberechenbar. Die EP dringt weiter in Club-Territorium vor, doch anstatt ihre Ecken und Kanten zu glätten, verstärken PPJ diese.Im emotionalen Kern der Platte steht „Coeur“, koproduziert mit Chloé Caillet. Es beginnt mit einer MPB-angehauchten Grundlage, die mit Bossa Nova flirtet. Es ist unverkennbar brasilianisch, getaucht in Sonnenuntergangsfarben, bevor es beschleunigt und in eine tanzflächenreife elektronische Form verwandelt wird. Der Groove schimmert vor Spannung: warme Percussion, elastische Basslines und Páulas Stimme, die zwischen Intimität und Neckerei schwebt. Es fühlt sich an wie ein Remix seiner selbst, romantisch, aber leicht unzuverlässig. Wenn „Coeur“ strahlt, ist „To Nem Ai“ ein Slow Burner. Ein sehr tiefer und Downtempo-House-Track, der sich langsam, fast luxuriös entfaltet, geleitet von sinnlichen Vocals, die sich anfühlen, als würden sie dem Zuhörer direkt ins Ohr geflüstert. Ein hypnotisierendes Piano-Sample, das sich wie ein nächtliches Geständnis anfühlt. Es ist die Art von Platte, die eine Tanzfläche in etwas Greifbares verwandelt. Daneben ist „Me Pega“ eine energiegeladene Neuinterpretation der Tech-House-Sounds aus Santa Catarina, einem der feierfreudigsten Bundesstaaten Südbrasiliens, verdreht und beschleunigt für eine wilde Wirkung. Direkt inspiriert von Sarro, einem rauen und lebhaften brasilianischen Straßentanz, fängt der Track körperliche Intensität in ihrer reinsten Form ein: Schweiß, Bassdruck, kollektive Entladung.Sein Gegenstück, „Tem Carnaval“, kanalisiert Paulas lebhaftes Storytelling in eine donnernde Ode an den Karnevalsgeist von Rio – euphorisch, chaotisch, filmisch – und erscheint pünktlich zu den diesjährigen Feierlichkeiten.Auf „Sexy Doce“ prallen raue Electroclash-Melodien auf unerwartete Referenzen. „Es wurde von Budots inspiriert, einer Tanzmusik aus den Straßen der Philippinen“, erklärt Povoa. „Dann haben wir es mit Páulas brasilianischem Gesang gemischt. Baile Funk stammt ebenfalls von der Straße, daher gibt es eine Verbindung.“ Das Ergebnis ist roh und doch futuristisch, ein kontinentübergreifender Flirt, der sich sowohl underground als auch explosiv anfühlt. Mit dieser neuen EP machen PPJ Musik, als würden sie ein Dutzend Piratenfrequenzen gleichzeitig abhören. Piratenradio von Rio über Berlin bis Manila, das Fragmente von Straßenkultur, Sinnlichkeit und Chaos abfängt und sie zu etwas wahnsinnig Kohärentem zusammenfügt. "Joker" nickt nicht nur der Clubkultur zu. Es fordert sie heraus, verdreht Erwartungen und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. *Recherche & Développement
