LA PRIEST – into the sky (CD, LP Vinyl)

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Limitiertes clear Vinyl. Sam Eastgate gehört zu jener Sorte Musiker, bei denen man nie genau weiß, ob sie gerade eine Platte aufnehmen oder an einem obskuren technischen Experiment arbeiten. Seine Geräte baut er selbst, seine Songs wirken oft wie Fundstücke aus einem Paralleluniversum der Popgeschichte. Und vielleicht war LA Priest deshalb über Jahre eher ein Projekt für Eingeweihte. Musik, die man bewunderte, ohne sie unbedingt aufzulegen, wenn andere Leute im Raum waren.Mit Into the Sky verändert sich das zum ersten Mal spürbar. Die neue Platte ist direkter, heller, fast euphorisch. Nicht im Sinne jener algorithmischen Festivalmusik, die seit Jahren jede körperliche Regung in standardisierte Drops übersetzt, sondern als ein sehr menschlicher Entwurf von Tanzmusik. Man hört diesen Songs an, dass sie aus echter Begeisterung entstanden sind. Aus Lust auf Rhythmus, Wiederholung, Bewegung. Interessant ist dabei vor allem die Reduktion. Eastgate benutzt fast durchgehend dieselben Maschinen, denselben selbstgebauten Polygene Synthesizer, dieselbe Gene Drum Machine. Das klingt zunächst nach nerdiger Selbstbeschränkung, entwickelt aber einen eigenartigen ästhetischen Sog. Denn je weniger Material zur Verfügung steht, desto deutlicher treten kleine Verschiebungen hervor. Ein neuer Akkord, ein plötzlich offener Hallraum, ein Beat, der minimal verrutscht. Die Platte lebt von solchen Momenten. Dass Boys Noize als Produzent beteiligt ist, erweist sich dabei als Glücksfall. Ridha nimmt den Stücken ihre Überfrachtung und gibt ihnen Luft. Vieles wirkt, als hätte jemand die Fenster geöffnet. Gerade deshalb funktionieren Tracks wie "Rayon" oder "Into the Sky" so gut. Sie behalten die leicht verwirrte Psychedelik früherer LA Priest Veröffentlichungen, aber sie kreisen nicht mehr permanent um sich selbst. Das eigentlich Schöne an diesem Album ist jedoch seine Unangestrengtheit. Into the Sky möchte nicht die Zukunft der elektronischen Musik definieren. Es versucht nicht permanent Bedeutung zu erzeugen. Stattdessen entwickelt die Platte eine selten gewordene Qualität: Leichtigkeit. Und vielleicht ist genau das heute radikaler als jede große Geste. *Domino



