NOTSENSIBLES – instant classic (LP Vinyl)

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Ende der 1970er Jahre blühte die Punk-Szene im Norden Englands auf, insbesondere in Städten wie Manchester und Orten wie Burnley. Im Gegensatz zur eher modebewussten Londoner Punk-Szene war der Punk im Norden rauer, geprägt von dem Realismus der Arbeiterklasse und einem ausgeprägten Sinn für Humor. Selbst organisierte Veranstaltungsorte, unabhängige Plattenlabels und Fanzines spielten eine entscheidende Rolle bei der Förderung lokaler Bands. Die Notsensibles verkörperten dieses Ethos, veröffentlichten ihre Musik in Eigenregie und traten in kleinen, basisorientierten Veranstaltungsorten auf. Ihre Konzerte waren bekannt für anarchischen Humor, theatralische Einlagen und die Weigerung, sich zu „verkaufen“ – oft begleitet von spielerischen Stunts und einer chaotischen, gemeinschaftlichen Atmosphäre. Notsensibles entstanden 1978 in Burnley, Lancashire. Zur ursprünglichen Besetzung gehörten Michael „Haggis“ Hargreaves (Gesang), Steven „Sage“ Hartley (Gitarre), Roger C. Rawlinson (Keyboards), Gary Brown (Bass) und Kevin „Ploppy“ Hemingway (Schlagzeug). Ihr erklärtes Ziel – „alberne Platten aufzunehmen und alberne Gigs zu spielen“ – hob sie von den politisch ernsthafteren oder aggressiveren Strömungen des Punk ab, die sich zur gleichen Zeit entwickelten. Ihre ersten Veröffentlichungen (1979–1980) prägten einen Stil aus frechem, satirischem Punk. Ihre Debütsingle „Death to Disco“ war ein augenzwinkernder Seitenhieb auf den Disco-Hype, der eine Mischung aus Humor, DIY-Energie und der Weigerung zeigte, sich selbst (oder die Szene) allzu ernst zu nehmen. Später im selben Jahr veröffentlichten sie „(I’m in Love with) Margaret Thatcher“, eine scheinbar verehrende Ode an die neu gewählte Premierministerin, die die übliche Anti-Establishment-Haltung des Punk untergrub, indem sie Ironie statt direkter Konfrontation einsetzte. Der Song wurde zum Kult-Hit und erreichte 1980 Platz 2 der britischen Indie-Charts, nur knapp hinter Joy Divisions „Love Will Tear Us Apart“. Die Wirkung des Songs lag darin, dass er sowohl Punks als auch Konservative verwirrte, amüsierte und gelegentlich irritierte. Er wurde zu ihrem Markenzeichen und zu dem Titel, der über die Szene in Lancashire hinaus die größte Verbreitung fand. Diese Darstellung findet sich in regionalen Berichten, die beschreiben, wie der Titel bei einem kleinen Independent-Label aufgenommen und in einer Auflage von tausend Exemplaren gepresst wurde, was ihn eher als lokales Do-it-yourself-Artefakt denn als politisches Statement positionierte. Man sah in ihnen fünf junge Musiker, die „in der Welt der Politik noch unschuldig“ waren, was die Interpretation des Tons des Songs prägte. Lokale Hörer neigten dazu, ihn als spielerische Satire zu betrachten. Ihre Musik erlebte 2011 einen Popularitätsschub, als „(I’m in Love with) Margaret Thatcher“ im Film „Die Eiserne Lady“ zu hören war. Im Jahr 2013 rückte der Song nach Margaret Thatchers Tod erneut in den öffentlichen Diskurs und stieg wieder in die Charts ein. 1980 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Instant Classic“ – ein Titel, der ihr augenzwinkerndes Ethos treffend widerspiegelte. Im selben Jahr nahmen sie eine „John Peel Session“ für BBC Radio 1 auf. Peels Unterstützung trug dazu bei, ihren Platz in der breiteren britischen Punk-Szene zu festigen, und verschaffte ihnen trotz ihrer bewusst unseriösen Haltung landesweite Bekanntheit. Die Band hatte eine kurze Phase, in der Paul Wright Sage an der Gitarre ersetzte, und löste sich dann 1982 auf, nach vier Jahren, die sie später als „organisiertes Chaos“ bezeichneten. *Mad Butcher

