OREN AMBARCHI – cooked (CD, LP Vinyl)

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Aufmerksame Hörer, die sich eingehend mit Oren Ambarchis dreistelliger Diskografie beschäftigt haben, wissen, dass neben hypnotischem Minimalismus auch Strömungen respektloser und fröhlich-eigenwilliger Experimente tief in seinem Schaffen verwurzelt sind. „Cooked“ ist gewissermaßen ein Meilenstein in Oren Ambarchis Werk, der diese herrlich verrückte Sensibilität direkt in den Mittelpunkt seines bekanntesten Soloalbums rückt. In Fortführung der großartigen Ambarchi-Tradition akribisch konstruierter All-Star-Studio-Jams (die mit „Shebang“ neue Höhen erreichten) vereint „Cooked“ Mitwirkende aus Australien, Deutschland, Japan und Schweden zu zwei seitenlangen Epen, bei denen der Fuß weiter mitwippt, auch wenn der Verstand ins Staunen gerät. "Cooked“ ist weit entfernt von den weitläufigen, lichtdurchfluteten Grooves von „Ghosted“, doch Orens schwedische Bandkollegen spielen hier die Hauptrollen: Johan Berthlings Kontrabass bildet den Anker beider Seiten, und Schlagzeuger Andreas Werliin verleiht dem zweiten Stück, „Sleight of Hand“, seinen feinfühligen Touch. Es beginnt mit schimmernden Klangschichten einer elektrischen 12-saitigen Gitarre, orientiert sich „Sleight of Hand“ stark an elektrischen Meilensteinen von Miles Davis wie „Feio“ oder seiner epischen Interpretation von David Crosbys „Guinnevere“, wobei Berthlings spärliche Basslinien eine fast schwerelose Fülle wechselnder Details untermalen, die durch subtile Beiträge von Michiko Ogawa am Sho und James Rushford an einer Vielzahl akustischer Tasteninstrumente zum Glänzen gebracht wird. Plötzlich wird alles von einem verworrenen, hyperkomplexen „Solo“ von Marcus Pal auf digitaler Synthese überwältigt, das uns in eine alternative Geschichte teleportiert, in der Allan Holdsworth die SynthAxe gegen Xenakis’ UPIC eingetauscht hat. Die Musik steigert sich mit zusätzlichen Drums und Percussion von Will Guthrie zu einem Höhepunkt brennender Intensität und schwenkt dann seitwärts in eine sanft-surreale Coda ab, in der einige deutlich an Zawinul erinnernde Akkorde und Fredrik Rastens Gitarre über einer lebhaften Rhythmusmaschine schweben, während die vogelartigen Einfälle des schwedischen Whistle-Virtuosen Isak Hedtjärn über dem sonnendurchfluteten Gemisch schweben.



