WIDOWSPEAK – roses (CD, LP Vinyl)

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Cherry Coloured LP. In den zehn Titeln, aus denen sich das siebte und neueste Widowspeak-Album zusammensetzt, werden intime Räume und Phasen der Liebe durch eine nostalgische, mit Vaseline überzogene Linse eingefangen. Kerzen brennen in rotem Glas, während sich Liebende in einer Lederbank näherkommen. Porträts von Prominenten blicken wie Engel in einem Restaurant herab. An anderer Stelle sind Nelken in ein schwarzes Buch gepresst, und Tänzer ziehen sich gegenseitig an sich. Widowspeak ist eine Band, die große Emotionen thematisiert, ohne sich selbst allzu ernst zu nehmen. Die Süße, ja sogar Albernheit einer ausgedehnten Verliebtheitsphase, die so alles verzehrend wird wie ein kitschiger Taschenbuchroman. Autos und ihre Fahrer dienen als Mittel, um über gegenseitige Abhängigkeit zu sprechen. Wenn Musik gleichzeitig naturalistisch und noir, gesättigt und üppig sein kann, dann ist das Widowspeak. Sie sind eine Band, die es versteht, eine Szene zu inszenieren. Diese Songs nutzen intime Momente, um über tiefere Herzschmerzen zu sprechen: die der modernen Existenz innewohnende Unruhe, das Herumwarten darauf, dass etwas geschieht. Oder das Gefühl, im Widerspruch dazu zu stehen, eine Rolle im eigenen Leben zu spielen. "Roses" mag das romantischste Widowspeak-Album sein, aber es ist auch das zutiefst realistischste: Die Bühne wird nicht mit dramatischen Ouvertüren bereitet, sondern vor dem Hintergrund der Kleinigkeiten und Wiederholungen alltäglicher Handlungen. Kleine Beobachtungen vor, während und nach der Arbeit: das Ritual, Kunden Wasser einzuschenken, sich an seinem freien Tag eine Erkältung einzufangen. Davon zu träumen, im Lotto zu gewinnen, oder vielleicht zu erkennen, dass man bereits gewonnen hat. Hier ist Liebe ein Mittel, um darüber zu sprechen, was uns antreibt, und Widowspeak suggerieren, dass sie der eigentliche Sinn sein kann. Das Licht, das die dunklen Ecken eines Tages, eines Lebens erhellt. Ein Grund, weiterzumachen, trotz des Schmerzes, den es verursachen kann. Widowspeak sind eine der produktivsten und fleißigsten Bands der Szene, die knapp unter der Oberfläche brodeln. Molly Hamilton und Robert Earl Thomas bilden den Kern der Gruppe und sind ihre Songwriter; sie haben ihren Sound über sechzehn Jahre hinweg und mit einem beeindruckend konsistenten Werk verfeinert. Als eine von vielen Bands, die in der fruchtbaren New Yorker Musikszene entstanden sind, begannen sie damit, ihre Ausrüstung zwischen mittlerweile geschlossenen Veranstaltungsorten und ihrem Proberaum im Monster Island Basement hin- und herzuschleppen. Widowspeak ist heute ein Ehepaar, das in der eigenen "Nebensaison" normale Tagesjobs ausübt. Robert ist Tischler, Molly Kellnerin. "Roses" ist Widowspeak in Bestform und schöpft aus zeitlosen Einflüssen. Die Magie der Band liegt nach wie vor im Zusammenspiel zwischen Molly und Robert in ihren beiden Hauptrollen: ihrer trägen, facettenreichen Stimme und seinem instinktiven Gitarrenspiel. Im Kern ist ihre Musik etwas Besonderes, weil sie echt ist: vor allem für die Menschen, die sie machen. Zerbrechlich und vergänglich, und doch lohnend, wie die Liebe selbst.






